Traditionelle japanische Tatami aus Igusa-Gras

Tatami Igusa-gras Matten
Datum: April 22, 2012
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Kategorien: Japan Shopping, Möbel

Die Reisstrohmatten aus Japan sind hierzulande äußerst gern gesehen. Im Bereich der Tatami finden sich heutzutage unzählige verschiedene Designs und Größen. Ob als Unterlage für Futonbetten, zur Kennzeichnung eines Ruhebereichs oder für Kampfsportzwecke – die schall- und wärme-isolierenden Tatami machen heutzutage ebenso in der westlichen Einrichtungskultur eine hervorragende Figur.

Unter Tatami versteht man aus getrocknetem und gepresstem Reisstroh gefertigte Matten. In Asien werden sie als Fußbodenbelag in speziellen Zimmern ausgelegt, werden unter Futonbetten gelegt oder bilden den Untergrund für verschiedene Kampfsportarten. Betreten werden die empfindlichen 4,5 bis 5,5 cm dicken Reisstrohmatten nur auf Socken oder barfuß. Zusammengesetzt sind sie aus einem festen Kern aus Reisstroh, der bedeckt wird von einer Igusa-Gras-Oberfläche. Eine Borte aus Baumwolle hält die Tatami an den Seiten zusammen.

Zunächst einmal sieht die Igusa-Oberfläche aus wie die einer einfachen Strandmatte. Tatsächlich sind die Igusa-Matten allerdings bereits bei nur geringer Qualität drei mal stabiler. Wie die klassischen Schiebewände, auf Japanisch Shoji, gehören auch die Tatami zum Design eines typisch japanischen Zimmers, eines Washitsu.

Japanisch in Maßen: Da eine Tatami traditionell einen Ken lang und einen halben Ken breit ist, kann sie wie ein Ken selbst als ein eigenes Flächenmaß fungieren. Wie viele Zentimeter sich schlussendlich hinter einem Ken bzw. hinter einer Tatami verbergen, variiert von Region zu Region. Zur Vereinfachung haben sich heute verschiedenartige Standardmaße etabliert. In der Regel entspricht eine Tatami ca. 1,64 m². Für große Bürogebäude ist ein Standard von 0,85 cm Breite und 1,7 m Länge vorgesehen, in Kyoto und Westjapan gilt ein Standardmaß von 95,5 cm Breite und 1,91 m Länge. Gibt man also an, wie viele Matten in ein Zimmer passen, erfasst jeder japanische Wohnungsinteressent, was er sich unter der neuen Bleibe vorzustellen hat. Es gibt spezielle Matten-Anordnungen mit unterschiedlich großen Tatami für Räume von bestimmter Größe.

Früher wurden die Tatami äußerst aufwändig von Hand angefertigt. Dieser Tage werden sie vorwiegend maschinell hergestellt. Mittlerweile sind die Unterlagen in vielen unterschiedlichen Varianten käuflich. Unter den Highlights: Es gibt sogar Sitzkissen nach Tatamiart und zusammenklappbare Matten mit einer extra dafür angefertigten Tasche zum Transportieren. Normalerweise sind sie 4,5 cm dick. Wer es verlässlicher und stabiler mag, kann die 5,5 Zentimeter starke Qualitätsmatte wählen. In Japan schläft man auf einem Futon, der auf den Reisstrohmatten ausgebreitet wird.. Es gibt auch dünnere Tatami-Varianten, die man zusammenrollen kann.

Die Oberfläche der traditionellen Tatami verfärbten sich mit den Jahren vom Grünlichen ins Gelblich-Bräunliche. Omote Tatami heißt das Material an Ober- und Unterseite der Tatami und kann auch separat erstanden werden. Heute sind die japanischen Unterlagen in sehr unterschiedlichen Ausfertigungen zu finden. Gleiches gilt für die Farbe und Art der Borte. Über gesonderte Anfertigungen mit schrägen Seiten oder in abweichender Größe lassen die Anbieter häufig gern mit sich reden. Die Matten dürfen meist nur eine bestimmte Breite haben, da sie sonst nicht auf den Maschinen der Hersteller gefertigt werden können. Außerdem existieren attraktive Varianten, die in Ergänzung zu dem Reisstrohkern einen aus Schaumstoff aufweisen.

Japanisch und ebenso klassisch sind ebenfalls Kampfkünste wie Jiu Jitsu oder Judo. Sie werden traditionell auf den flexiblen Matten ausgeübt. Das Standardmaß dieser zu Sportzwecken genutzten Tatami beträgt 1 mal 1 Meter.

Ob im Wohnzimmer als Bodenbelag oder als Futon-Unterlage – die japanischen Matten haben hervorragende wärmeisolierende Eigenschaften. Zudem isolieren sie Schall. Futonbetten erfreuen sich seit einigen Jahren großer Beliebtheit – und mit ihnen die Tatamis.

Innenarchitekten bauen schon seit Jahren auf die traditionellen Matten aus Japan. Sie verleihen dem Raum eine klare, ruhige Note und sorgen – nicht zuletzt weil man sie ohnehin nur ohne Schuhe betritt – für Wohlfühlstimmung und damit für eine entspannte Atmosphäre. Ein funktional vielseitiges und darüber hinaus stilvolles Accessoire für jede gut eingerichtete Wohnung? Auf jeden Fall ein Tatami.

 

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